Damned Good Monday mit Memo Gonzalez & The Bluescasters
     

"300 Pfund Tex-Mex Dynamit"

Seit 1995 sind Memo Gonzalez & The Bluescasters nun schon unterwegs mit ihrer schweißtreibenden Mischung aus Blues, Swing und Rock'n'Roll. Neben zahllosen internationalen Auftritten in Clubs und auf Festivalbühnen hat die Band nun ihr drittes Album Big Time In Big D veröffentlicht. Auf dem aktuellen Werk des Quartetts, das in Texas produziert wurde und beim niederländischen Label Continental Blue Heaven/CRS erschienen ist, sind neben Gonzalez und seinen Mitstreitern so illustre Gäste wie Anson Funderburgh, Mike Morgan und Johnny Moeller zu hören.


Memo Gonzalez stammt aus dem heißen Südwesten der USA, wo er in namhaften Clubs wie z.B. "B.B.King's" in Memphis/Tennessee oder "Antone's" in Austin/Texas spielte. Aber auch diesseits des "großen Teichs" beherrscht er die Bühne mit seiner fetten Mundharmonika (dem "Big-Tone") und seinem energiegeladenen Gesang. Dass Blues nicht nur Leid, sondern auch eine satte Portion Lebensweisheit und Witz bedeutet, ist für den schwergewichtigen Mann aus Dallas/Texas nichts Neues - mit wippender Tolle ist er bereits nach wenigen Songs schweißgebadet, wenn er sich die Seele aus dem Leib singt. Wer Memo Gonzalez & The Bluescasters einmal live gesehen hat, weiß wovon ich spreche, denn trotz ihres respektvollen Umgangs mit den Ursprüngen des Blues steht diese Band mit beiden Beinen in der Gegenwart. "Wir wollen etwas sein, was jetzt passiert." Besser kann man nicht formulieren, dass sie keinen Sinn im Reproduzieren der Originale sehen, sondern dieser Musik ihren eigenen Stempel aufdrücken. Immer "on tour" (ca. 120 Auftritte pro Jahr) über Europas Grenzen hinaus, entfacht dieses internationale Quartett von gitarrelastigem Roadhouse-Blues bis zu leidenschaftlichem Louisiana Rock'n'Roll ein wahres "Blues-Beben".

Memo Gonzalez ist gebürtiger Texaner mit mexikanisch-indianischen Vorfahren. In den 1980er Jahren war er Gründungsmitglied einer Band, die dazu bestimmt ist, in die Bluesgeschichte Dallas' einzugehen - "The Weebads". Diese Band bestandt über Jahre und war Station vieler namhafter Musiker wie z.B. Hash Brown, Paul Size, Johnny Moeller und Pat Boyack. Ein weiteres Highlight in seiner Karriere war die Zusammenarbeit mit Jim Suhler in der Band "The Road Hogs". Es dauerte nicht lange, bis Memo auch auf Europas Bühnen zu sehen war. Nach einem beeindruckenden Konzert in Holland im Rahmen des Texas Harmonica Rumble, kam 1993 der Kontakt zu den Bluescasters zustande. Memo Gonzalez "... beherrscht die Bühne, sowohl körperlich als auch mit seiner kraftvollen Stimme." AZ Kempten, Deutschland
An seiner Seite steht mit Kai Strauss ein Gitarrist von internationalem Format. Mit atemberaubender Intensität vermischt er Blues mit Allem, was Amerika seit den 50ern hervorgebracht hat, wobei seine Vorliebe eher den "schmutzigeren" Größen des Genres gilt.

Scott Duncan schrieb in Blues In Britain, GB: "... Kai Strauss ist schlicht und einfach ein großartiger Gitarrist, dessen Spiel auf einem Niveau mit zeitgenössischen Amerikanern wie z.B. Duke Robillard, Alex Schultz, Rusty Zinn, Charlie Baty und Sean Costello ist."
Die berühmte Nadel im Heuhaufen ist heutzutage sicherlich ein Bassist der rollt, rollt und nochmals rollt. Mit Erkan Özdemir, dessen zerschundene Bässe immer einen Meter zu tief hängen, hat man die ideale Besetzung gefunden. Der imposante Mann aus der Nähe von Troja ist einer der Hauptgründe dafür, dass "... die Band swingt wie eine Hängebrücke im Hurricane." blueprint magazine, GB
Angetrieben wird das Quartett durch Drummer Klaus Schnirring, der seine Sticks schwergewichtig auf die zwei und vier fallen lässt oder mit einem treibenden Dschungelbeat den Zuhörern direkt in den Bauch fährt. Wer ihn live gesehen hat wird bestätigen, dass er während eines Auftritts durchaus das Pensum eines Mittelstreckenläufers absolviert.

Was Memo Gonzalez & The Bluescasters auszeichnet, ist das Zusammenspiel, die unbändige Spielfreude und ihre Eigenständigkeit. Wenn die Band nicht gerade irgendwo auf Tour ist, arbeitet man am nächsten Tonträger. Bis heute erschienen Let's All Get Drunk And Get Tattooed (Live, 1996), 10.000 Miles (1998) und Big Time In Big D (2003).


"Viele Musiker schlüpfen immer noch in eine Rolle, in der sie altbewährte Formen und Stilmittel nicht verlassen. Wie Langweilig! Memo Gonzalez & The Bluescasters bewegen sich auf einem spannenderen Pfad mit Musik voller Farbe, Feuer und Courage. Für alle, die ihre Kost stark und herzhaft mögen, mit einem Schuss Humor und Mut zu Neuem, sind sie eine willkommene Bereicherung."
- Tim Schuller
Tim Schuller ist amerikanischer Musik-Journalist. Seine Artikel erschienen u.a. in Living Blues, Blues Access, Texas Music, Downbeat und Guitar Player.

 

 

 

 

Eintritt 9 €